Lehmherdbau
Verbesserungen an der bestehenden Konstruktion
Zum Bau des Herdes, einschließlich dem Kamin, werden 3 verschiedene Mörtelsorten verwendet
- ortsüblichen Maurermörtel, Erdreich mit Wasser werden sämig gemischt, wie er zum Bau von Häusern benötigt wird, für das Fundament, den nicht warmen/heißen Teil des Herdes und den innen liegenden Teil des Kamins
- Lehmmörtel, bestehend aus Lehm (wie er zu Ziegelherstellen benötigt wird) und Wasser für den warmen/heißen Teil
- Zementmörtel, hergestellt aus Sand, Zement und Wasser, für den außenliegenden, der Witterung ausgesetzten, Teil des Kamins,
- ein Gemisch aus Lehm und kurz geschnittenem Gras wird für die größeren Lücken zwischen den Formteilen, der obersten Ziegellage
Formteile sind ausgeschnittene größere Ziegelsteine, in die die Töpfe eingepasst werden.
Die Verwendung von Lehmmörtel im heißen Bereich des Herdes hat sich als besonders günstig herausgestellt, weil die nach der 1 wöchigen Trocknung und ersten Befeuerung entstandenen Risse, wiederum mit Lehm zugeschmiert werden können. Auch nach 1 wöchigem Betrieb hat diese Verfugung gehalten.
Langfristig sollen für den Herdbau, außer der obersten Lage und dem im Freien liegenden Kaminteil, ungebrannte Ziegel verwendet werden.
Eine weitere Besonderheit dieses Herdes sind die Zugebergrenzungs- und Reinigungsklappen bzw. – Schieber. Dies ist wichtig, damit alle Kamin- und Rauchgasteile regelmäßig gereinigt und die Zuluft zum Brennraum begrenzt werden können. Denn bei zu viel Zu- bzw. Verbrennungsluft kann das Holz zu schnell abbrennen und es wird unnötig viel Luft erwärmt.
Während meines dreiwöchigen Aufenthaltes in Mtwango konnten wir 3 dieser Küchenherde bauen. Da diese Herde immer in vorhandene Küchen eingebaut wurden, war vor Baubeginn die Lage des Herdes und der Anschluss an den Kamin (falls vorhanden) zu klären.
Da wir (der Maurer, ein Helfer, die Pfarrfrau – Mama Technical und meine Wenigkeit) den ersten Herd in der ersten Woche meines Aufenthaltes bauen konnten, war noch genügend Zeit vorhanden, den Herd auszuprobieren.
In dieser Zeit konnte der Herd schon voll seine Vorzüge entfalten:
- keine Rauch in der Küche, allerdings sind hier kleine Einschränkungen zu machen, da die Töpfe direkt über dem Feuer, bzw. den Rauchgasen sind, ist nicht auszuschließen, dass bei ungünstigen Zugbedingungen etwas Rauch in die Küche, insbesondere während der Anheizfase, entweicht
- Verbrauch von viel weniger Feuerholz, wobei auch längere „Prügel“ verheizt werden können, weil die Größe der Feuerungsöffnung durch die Zugbegrenzungs- Klappe verringert werden kann
- schnelles Erwärmen des Kochgutes
- lange Nachwärmfase, durch Schließen der Zugbegrenzungsklappe kann sich die Glut viel länger halten, auch kühlt nachströmende Luft den Feuerraum nicht zu schnell aus
- wesentlich verringertes Risiko, dass Kleinkinder in das offene Feuer fallen können, also keine Feuerkinder mehr

